Textbasiertes Rollenspiel: Antamar ist ein Lesespiel
Kein Bildschirm voller Effekte, sondern ein Absatz, der dich in den Regen auf einer Landstraße stellt. Antamar ist ein textbasiertes Rollenspiel: Was passiert, liest du – und was du tust, entscheidest du.
- Über 1.000 Zufallsbegegnungen
- Über 400 Quests von 200+ Autoren
- Bücher und Zeitungen im Spiel
- Kostenlos, seit 2006
Was „textbasiert“ hier bedeutet
Antamar zeigt dir eine Karte, ein paar Bilder und viel Text. Jeder Ort hat eine Beschreibung, jede Reise besteht aus Begegnungen, jede Quest ist eine Geschichte mit Entscheidungen und Proben. Geschrieben haben das nicht Designer, sondern Spieler: mehr als 200 Autorinnen und Autoren seit 2006, über tausend Zufallsbegegnungen, mehr als 400 Quests.
Was du liest, hängt davon ab, wer dein Held ist und wo er ist. Dieselbe Landstraße erzählt im Winter etwas anderes als im Sommer, im Orkreich etwas anderes als im Kaiserreich, einem gesetzlosen Halbork etwas anderes als einer gesitteten Elfe. Und ob ein Pfad überhaupt aufgeht, entscheidet eine Probe auf ein Talent – Sinnenschärfe, Legenden, Selbstbeherrschung – mit drei Würfeln, die das Spiel für dich wirft.
Das ist kein Roman zum Durchklicken und kein Textadventure, in dem du Befehle tippst. Es ist eher das, was am Spieltisch passiert, wenn der Spielleiter beschreibt und die Würfel fallen – nur dass du das Tempo bestimmst.
Leseprobe: eine Nacht am Rastplatz
Eine kurze Begegnung, wie sie beim Rasten passieren kann. Vier Proben hintereinander – und nur, wer alle schafft, bekommt die Beeren.
Koboldheilung
Die Nacht bricht herein. Du schläfst ein, nachdem du in Ruhe zu Abend gegessen und ein paar Schafe gezählt hast. In der Nacht …
… beschleicht dich ein eigenartiges Gefühl im Schlaf. Du erwachst und verhältst dich ruhig. Ist da nicht irgendetwas? Vorsichtig blickst du dich um.
Dich beobachtet ein kleines, hutzeliges Männchen von vielleicht zwei Fuß Größe. Es ist in ein frisches grünes Blätterkleid gewandet. Du siehst es, und es lächelt dich tatsächlich an. Dann kommt es behutsam näher …
… und berührt dich sachte. Du …
… lässt es dir gefallen, und das kleine Männchen stupst dich noch ein paar Mal an. Dann lächelt es und bietet dir ein paar köstlich riechende Beeren an, welche du genüsslich verspeist. Als irgendwo ein Ast bricht, verschwindet das Männchen blitzschnell. Du fühlst dich erholt.
… zuckst zusammen, und das kleine Männchen nimmt Reißaus.
… und du weichst erschrocken zurück, was auch das Männlein erschreckt. Blitzschnell ist es wieder verschwunden, und du sitzt mit klopfendem Herzen allein mitten in der Nacht.
Du meinst, irgendetwas gesehen zu haben, bist dir aber nicht sicher, was es war. Du bleibst noch eine Weile wach, bis dich der Schlaf überkommt.
… passiert nichts. Du wachst glücklich und erfrischt am nächsten Morgen auf.
Zufallsbegegnung „Koboldheilung“ von Ole, gekürzt. Im Spiel entscheiden die Würfel, welchen Pfad du liest.
Wer sich mit Legenden nicht auskennt, weicht zurück. Wer die Nerven behält, wird belohnt. So klein die Begegnung ist: Sie belohnt Werte, die in einem Grafikspiel nie vorkämen.
Textrollenspiel, MUD oder Grafik-Browsergame?
Drei Arten, im Browser Rollenspiel zu spielen – und was sie unterscheidet.
| Antamar | MUD (z. B. MorgenGrauen) | Grafik-Browsergame | |
|---|---|---|---|
| Darstellung | Text, Karte, wenige Bilder. | Reiner Text in der Kommandozeile. | Grafik, Animationen. |
| Tempo | Dein eigenes; ein Reisetag dauert drei Minuten. | Echtzeit, andere warten auf dich. | Echtzeit, Timer gegen Geld verkürzbar. |
| Bedienung | Lesen und klicken, auch am Handy. | Befehle tippen, Client oder Telnet. | Klicken. |
| Inhalt | Geschriebene Begegnungen und Quests mit Proben. | Räume, Monster, Rätsel – oft sehr tief. | Sammeln, Aufbauen, Events. |
| Miteinander | Treffpunkte, Gruppen, Orden, Forum. | Chat im Spiel, starke Gemeinschaft. | Ranglisten, Allianzen. |
| Kosten | 0 €, kein Shop. | Meist 0 €. | Oft Premium und Pay-to-win. |
MUDs sind großartig, wenn du Echtzeit magst und Befehle lernen willst. Antamar ist die ruhigere Variante: Du liest, wann du willst, und niemand steht im Raum und wartet.
Lesestoff im Spiel
Zufallsbegegnungen
Kurze Szenen unterwegs: ein Karren im Schlamm, ein Wahrsager, ein Gewitter, ein Überfall. Abhängig von Region, Vegetation, Jahreszeit und deinem Helden. Über tausend davon, für Einzelhelden und Gruppen.
Quests
Längere Geschichten mit Entscheidungen, Proben und Kämpfen, meist an einen Ort gebunden – von der Goblinjagd bei Mahburg bis zur Amarax-Saga in vier Kapiteln. Mehr als 400, nach Stufen gestaffelt.
Bücher und Zeitungen
Bei Händlern liegen Bücher aus, die Spieler geschrieben haben: Abenteuerreihen, Reiseberichte, Fachbücher wie „Nautik für Anfänger“. Manches Buch lehrt deinem Helden etwas.
Wer schreibt das alles?
Spieler. Wer eine Begegnung im Kopf hat, schreibt sie im Zufallsbegegnungs-Editor auf – ohne Programmierkenntnisse –, andere Spieler testen sie im Wiki, das Team nimmt sie ins Spiel auf, und im nächsten Update steht der Name des Autors in den Neuigkeiten. Fast jeden Monat kommen neue Quests und Begegnungen dazu.
Deshalb gibt es in Antamar Texte, die kein Studio schreiben würde: eine Begegnung mit einem Lyrikwettbewerb, eine mit einem Skilehrer im Eiskönigreich, eine mit einem Zungenbrecher. Wer selbst schreiben will: So geht Mitmachen.
Ehrlich gesagt: Antamar ist nichts für dich, wenn du Grafik, Echtzeit-Action oder ein Spiel suchst, das dich alle fünf Minuten belohnt. Es ist bewusst altmodisch – und dafür tief.
Fragen zum Textrollenspiel
Wie viel muss ich lesen?
So viel du willst. Eine Zufallsbegegnung ist ein paar Absätze lang, eine Quest ein paar Seiten. Wer zehn Minuten hat, liest einen Reisetag; wer einen Abend hat, liest eine Quest zu Ende.
Gibt es gar keine Bilder?
Doch: eine Weltkarte, auf der du reist, Ortsansichten, Portraits, Wappen und Begegnungsbilder. Aber sie illustrieren den Text, sie ersetzen ihn nicht.
Ist das wie ein Textadventure?
Nein. Du tippst keine Befehle und rätst keine Verben. Du liest, wählst zwischen Möglichkeiten, und Proben auf die Talente deines Helden entscheiden, wie es weitergeht – wie am Spieltisch. Details in den Spielregeln.
Kann ich das auf dem Handy lesen?
Ja, im Browser, ohne App. Die Oberfläche ist für kleine Bildschirme ausgelegt.
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